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14.03.2016
W&R bei Alexander Rauch

Fräsen ohne Abstriche

Hohe Geschwindigkeit und geringer Werkzeugverschleiß haben das Medizintechnikunternehmen „Alexander Rauch Metallverarbeitung“ davon überzeugt, zwei Brother Speedio S500 X1 von W&R Industrievertretung für die Produktion chirurgischer Instrumente einzusetzen.

Zum Auftraggeber

Die seit sieben Jahren bestehende „Alexander Rauch Metallverarbeitung“ im deutschen Wurmlingen ist auf CNC-Fertigung spezialisiert. Anfangs arbeitete Gründer Alexander Rauch alleine, heute fertigen sechs festangestellte Fachkräfte auf zwölf Maschinen überwiegend Bauteile für chirurgische Instrumente. Das Know-how des Unternehmens umfasst nicht nur die Zerspanung. So wird es von Kunden oft in den Gestaltungsprozess der zu fertigenden Produkte mit eingebunden. Durch kleine Anpassungen an Radien oder Bohrdurchmessern lässt sich sicherstellen, dass sie später zu einem ökonomischen Preis hergestellt werden können.

Für hohe Genauigkeit: Die Brother-Maschinen verfügen über eine 4./5. Achse (Rundtisch). So kommt das Werkstück sehr nah an das Dreh-Schwenk-Zentrum heran.

 

Zum Auftragnehmer

Die Firma W&R Industrievertretung ist ein Systemhaus aus Mainz-Kastel, das individuelle Produktionssysteme inklusive Prozess, Maschine, Steuerung, Automation und Service anbietet. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet und beschäftigt heute 35 Mitarbeiter. Für die Inbetriebnahme von Automatisierungsprojekten sowie individuelle Anpassungen von YCM-, Brother- und Sugino-Maschinen steht eine über 1.200 m² große Montagefläche zur Verfügung. Die Kunden von W&R stammen aus unterschiedlichen Branchen, unter anderem aus der Automobil-, Luftfahrt-, Elektro- und Medizintechnik.

Die Operationsstanzen werden auf der Brother Speedio S500X1 aus dem Vollen gefräst.

 

 

Zum Projekt

Vor einiger Zeit konnte Alexander Rauch den Auftrag für die Fertigung von Operationsstanzen gewinnen. Mit diesen hochfeinen Geräten aus Edelstahl entfernen Chirurgen am Operationstisch kleinste Gewebereste der Patienten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an das chirurgische Instrument. Die mechanisch betriebenen gezahnten Maulteile mit einem Durchmesser von 2,5 mm müssen ebenso präzise gefertigt werden wie die Einzelteile der Stanze. Diese ist so konstruiert dass sie leicht auseinanderzunehmen und damit gut zu reinigen ist. Denn aggressive Medien, Blut oder andere Operationsrückstände müssen sich zuverlässig entfernen lassen. Für die Produktion der Instrumente entschied sich Alexander Rauch dazu, zwei Bearbeitungsmaschinen Brother Speedio S500X1 bei der Firma W&R Industrievertretung aus Mainz zu kaufen. Auf einer Maschine fertigt Rauch die etwa 10 cm langen Handgriffe der medizinischen Instrumente aus einem Edelstahlblock. Auf der gegenüber stehenden Maschine, die mit einer pneumatisch gesteuerten Spannzange ausgestattet ist, werden die winzigen Maulteile gefräst. Das Besondere bei der Produktion: Die Bauteile werden gleich im Anschluss an den Fertigungsprozess auf ihre Funktion getestet. Beide Brother-Maschinen verfügen über eine 4. und 5. Achse (Rundtisch) der Firma Detlev Hofman. Dadurch lässt sich das Werkstück sehr nah an das Dreh-Schwenk-Zentrum bringen, was für eine hohe Genauigkeit bei der Bearbeitung sorgt.

Nach dem Fräsen werden Grate mit der Zange vom Griffstück entfernt.

 

 

Tempo

Die Schnelligkeit der Brother-Maschinen war ein Hauptargument für den Kauf. „Ich habe in meiner Laufbahn schon mit vielen Maschinen gearbeitet, aber ich kenne keine, die so schnell wieder am Span ist“, sagt Mathias Stach, Fertigungsleiter bei Alexander Rauch. Die Maschinen sind mit der Zerspanungssoftware „i-Machining“ ausgestattet. So können sie ihr Leistungsspektrum optimal ausnutzen. „Damit haben wir die Fertigungszeit für einen Griff der Operationsstanze von über 20 auf 17 Minuten reduziert“, so Stach. Zufrieden ist er auch mit der Rechenleistung der Bearbeitungszentren, die während des Fräsens den Vorschub laufend anpassen. Die Software „i-Machining“ bietet acht Stufen für die „Aggressivität“ der Zerspanung – von „Vorsicht“ bis „sehr schnell“. Für die meisten Anwendungen werden vom Anbieter aus Gründen der Werkzeugstandzeit die Stufen vier oder fünf empfohlen. Stach wollte es genau wissen und experimentierte mit Stufe sieben. Trotz der anspruchsvollen Zerspanung des chromlegierten Vergütungsstahls 4021 hielt der Fräser länger als erwartet. Nun läuft die Maschine permanent auf Stufe sieben.

André Herzog (l.), Vertriebsmitarbeiter von W&R, und Mathias Stach, Fertigungsleiter bei Alexander Rauch Metallverarbeitung, mit den Operationsstanzen
Bilder: W&R  

 

„Die Standzeit der Werkzeuge hat sich deutlich verlängert“, sagt Stach. „Wir haben die ersten 100 Teile mit dem ersten Fräser zerspant und der läuft immer noch ohne große Verschleißerscheinungen.“ Nach der Markteinführung der neuen Operationsstanzen rechnet man bei Alexander Rauch mit einem Auftragsvolumen von 25 bis 250 Stück pro Jahr. Solche niedrigen Losgrößen sind in der Medizintechnik keine Seltenheit. Neben den reinen Leistungsdaten der Maschinen war die persönliche Betreuung durch den Anbieter W&R ein weiterer wichtiger Entscheidungsgrund für Firmenchef Alexander Rauch: „Ich kenne André Herzog (Vertriebsmitarbeiter von W&R; Anm.) schon seit 25 Jahren als absoluten Fachmann in der Zerspanung und vertraue ihm und seinem Service.“

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