20.03.2016
Deutsche Werkzeugmaschinenexporte

Ausfuhren knapp unter Bestmarke

Die deutschen Werkzeugmaschinenexporte sind 2015 um 4 Prozent gestiegen. Tonangebend bei den Märkten war eindeutig der stark expandierende Automobilstandort Mexiko.

„Bei einem Exportanteil von fast 70 Prozent ist der Weltmarkt das wichtigste Feld für den Geschäftserfolg der  Branche. Und da haben wir uns auch im vergangenen Jahr wieder sehr gut behauptet“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, das Ausfuhrergebnis. Mit 9,4 Mrd. Euro blieben die Exporte nur knapp unter dem historischen Bestwert von 2012 mit 9,56 Mrd. Euro. Im internationalen Vergleich liegt der deutsche Exportanstieg gleichauf mit der Weltentwicklung. Nach Japan wurde Deutschland mit einem Abstand von nur 180 Mio. Euro ein weiteres Mal Exportvizeweltmeister.

 

Exporte in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie
Bild: VDW  

 

Deutsche Hersteller profitieren vom Investitionsboom in Mexiko

Shootingstar bei den Märkten war eindeutig der stark expandierende Automobilstandort Mexiko. Das Land steht auf Platz 7 der größten Automobilproduzenten weltweit mit einem Ausstoß von mehr als 3,6 Millionen Fahrzeugen 2015. Vor allem die Zulieferer wollen weiter massiv investieren, ebenso wie die Luftfahrtindustrie. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Werkzeugmaschinen. Mit einem enormen Anstieg um 70 Prozent positionierte sich das Land nunmehr als viertgrößter Markt für deutsche Werkzeugmaschinen. „Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass sich die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller auf einer deutschen Branchenleistungsschau mit dem Titel „German Hightech in Metal Working“ vom 12. bis 15. April 2016 in León umfangreich präsentieren werden“, sagte Schäfer.

Die größten Impulse für die deutschen Ausfuhren im vergangenen Jahr kamen auch generell aus Nord- und Mittelamerika. Der zweitgrößte Werkzeugmaschinenmarkt USA steht für ein Zehntel der Exporte und wuchs um 7 Prozent. In der Breite verlief das Geschäft jedoch eher zurückhaltend. Die Automobilindustrie investierte hingegen durchgehend weiter in ihre Projekte.

Impulsgeber Europa

Stützende Effekte für den deutschen Außenhandel kamen auch aus Europa. Vor allem Italien glänzte, gestützt durch verschiedene Maßnahmen zur Investitionsförderung. Die deutschen Exporte stiegen um ein Drittel. Mit knapp 5 Prozent Anteil ist Italien drittgrößter Exportmarkt. Frankreich und Großbritannien bewegen sich zwischen Stagnation und leichtem Plus. Das Geschäft mit Russland brach ein. Die Exporte gingen um ein Viertel zurück. Dennoch belegt das Land Platz 5 im Ranking. Der drastische Rückgang des Auftrags-eingangs, drei Viertel in den vergangenen beiden Jahren, wird das Exportgeschäft aber weiter stark belasten.

Asien zeigte hingegen zeigte klare Bremsspuren, ausgelöst durch die Schwäche Chinas. Dennoch bleibt China mit einem Exportanteil von 22 Prozent der mit Abstand führende Markt. Der Umbruchprozess in der chinesischen Wirtschaft ist mit einem Minus von 9 Prozent jedoch unverkennbar. Andere asiatische Länder wie Südkorea, Indien und Japan können mit zweistelligen Zuwachsraten den Rückgang im  Asiengeschäft etwas ausgleichen.

Für das laufende Jahr erwartet der VDW erneut einen leichten Anstieg der Ausfuhren. Schrittmacher ist Europa, allen voran Großbritannien, Spanien, Frankreich, Österreich und Italien. Auch Mexiko bleibt weiter auf der Überholspur. „Für die deutschen Hersteller kommt es nun darauf an, den Rückgang in China und Russland zu kompensieren“, sagte Schäfer vom VDW abschließend. Potenzial sieht er neben Mexiko in den Asean-Ländern und im Iran.

www.vdw.de