04.07.2017
BUNDESSPARTE INDUSTRIE DER WKÖ

Kritik an der kleinen Ökostromnovelle

Kritisch im Hinblick auf die ungelösten Zielkonflikte sieht die Bundessparte Industrie der WKÖ die beschlossene Novelle des Ökostromgesetzes.

Während vielen Institutionen/Verbände die kleine Ökostromnovelle begrüßen und sich freuen, dass diese überhaupt zustande kam, sieht das die Bundessparte Industrie der WKÖ anders.
„Die sogenannte kleine Novelle, die Unternehmen und Haushalte nun doch rund 800 Millionen Euro kosten wird, schafft nur Teillösungen. Sie darf keinesfalls mehr als ein Zwischenschritt am konsequenten Weg zu einem effizienteren und nachhaltigeren Fördersystem sein. Vor dem Hintergrund der EU-Energie- und Klimaziele und des damit verbundenen Umbaus unseres Energiesystems bleibt die zukunftsfähige Stromversorgung weiterhin Top-Thema für den Industriestandort Österreich“, unterstrich Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich anlässlich der erzielten Einigung.
„Mit der Beschlussfassung im Rahmen der Sammelgesetznovelle ist das Thema der Förderung erneuerbarer Energien nicht abgehakt, im Gegenteil − es muss im Herbst auch auf der Agenda der neuen Bundesregierung ganz oben stehen. Dabei rücken mehr als bisher die Kriterien Fördereffizienz, Technologieneutralität und Netzdienlichkeit der Anlagen – Stichwort Speicherfähigkeit und Versorgungssicherheit – in den Vordergrund. Die Industrie kann hier mit neuen Technologien und Produkten wichtige Beiträge leisten. Unser Ziel muss die möglichst rasche EU-beihilfenrechtskonforme Systemumstellung - weg von der Dauersubventionierung von Ökostromanlagen hin zu neuen Modellen wie Investförderungen und Ausschreibungen – bleiben“, so Mörk mit Blick auf die in vielen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft steigende Nachfrage nach CO2-freiem Strom.